Stimmen aus Kultur und Politik

Die Notenbank ist für das Kunstfest Weimar als Veranstaltungsort und -Partner ein wichtiger, symbolischer, geschichtsträchtiger Partner, der mit seinem unterschiedlichsten Räumlichkeiten, vom historischen Sitzungszimmer bis zu den Banktresoren eine große Vielfalt an Räumen und Spieloptionen bietet und wir hoffen sehr, dass dieses wunderbare Ensemble für die Stadt und das Kunstfest in der gewohnten Form erhalten bleiben wird.

Rolf C. Hemke, Kunstfest Weimar

Ich bewundere alle Eigentümer, die, insofern sie es vermögen, nicht den Weg des geringsten Widerstands, also auf den freien Markt zu gehen, sondern eine Immobilie aus dem Kapitalmarkt herauslösen, um sie – häufig verbunden mit einer Vision – nutzbringend für viele zugänglich zu machen. Genau das ist bei der Weimarer Notenbank der Fall: eine großartige Vision konnte sich dank der Initiative Weniger zum Wohle der Gemeinheit entfalten und wurde zu einem Juwel in Weimars freier Kultur- und Soziallandschaft. Wir alle wissen, dass es mit dem Aufbau eines solchen Ortes allein nicht getan ist: Seinen laufenden Betrieb finanziell leistbar für alle Kreativen langfristig zu meistern, das ist eine zweite zu nehmende Hürde, für die Ausdauer und Durchhaltevermögen, Lust und Initiativbereitschaft, Erfindergeist und Sozialkompetenz, gesunder Menschenverstand und eine gewisse Erfahrung darin, wie man Architektur sozial denken kann, kein Nachteil sind. Man muss kein Immobilienwissenschaftler sein, um zu wissen, dass ein einseitiges Interesse privater Investoren an Gewinnen zur Unterbindung der Nutzungsvielfalt in Gebäuden und auf Grundstücken, ja zur Vernachlässigung ganzer Stadtviertel führen und nachhaltig katastrophale Wirkungen haben kann, weil die Kommunen und ihre Bürgerinnen und Bürger keinerlei Einfluss mehr auf die Gestaltung jener Gebäude und Stadtviertel haben. Ein solches Schicksal wäre für die Notenbank mit Sicherheit nicht wünschenswert.

Frank Motz, ACC Galerie Weimar

Kultur braucht Räume. Das ist ganz direkt zu verstehen und gilt für alle Bereiche der Kultur vom Sportverein bis zum Streichquartett. Insofern ist mit wichtigen Ressourcen, die sich im Notenbankgebäude entwickelt und etabliert haben, sehr sorgsam umzugehen. Die Weimarer Stadtkultur braucht diesen Ort!

Generalintendant Hasko Weber, Deutsches Nationaltheater

Gut gelaufen – schlecht gegangen?

Nach all den eigenen Besuchen, Erlebnissen und Erfahrungen in und mit der „Notenbank“, quasi eine städtische Institution, die ja nur zu dieser werden konnte, weil genau die Menschen, die dort arbeiten, über Jahre ein Miteinander geschaffen haben, kann ich mir die Stadt gar nicht mehr ohne „Notenbank“ vorstellen. Also ich meine ohne eine Nutzung so wie jetzt für quasi Alle.

Sicher, das imposante, zentrale Gebäude wird ja stehen bleiben, aber als was und für wen und zu welchem Preis? Als Zeichen für Gentrifizierung, als Fassade für die traurige Wahrheit „Geld regiert die Welt“?

Na gut – ich weiß ja , dass das so ist. Auch, dass genau das Viele so wollten. Jetzt haben wir den kapitalistischen Salat. Ich wünschte, dass wir alle noch einmal über folgende Prinzipien neu Verhandeln: Verantwortung, Ressourcen, Gemeinschaft und Nachhaltigkeit.

Den bisherigen Nutzer*innen der Notenbank wünsche ich logischerweise ganz viel Geld (woher das kommen soll weiß ich selbstverständlich nicht), damit sie sich selber was Schönes, Zentrales kaufen können. Vielleicht in Apolda? Es gibt kein Recht auf Privilegien.

Eventuell wird das erst jetzt klar, dass die Zeit bisher in der Notenbank auch ein Privileg war, selbst für mich…

Andrea Wagner, Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Weimar

Als Inhaberin einer Veranstaltungsagentur, die überwiegend kleine, nichtkommerzielle Veranstaltungen organisiert, ist es überlebenswichtig, mit einer Institution wie der Notenbank zusammen arbeiten zu können.
Die „Feine Weihnacht“ zum Beispiel ist ein kleiner, feiner Markt, der sich in den letzten Jahren zu einer beliebten Veranstaltung in der Weimarer Vorweihnachtszeit entwickelt hat. Hier erhalten Künstler, Handwerker und Kreative die Möglichkeit, Ihre Produkte einer breiten Masse vorzustellen, sich untereinander auszutauschen und mit Kunden ins Gespräch zu kommen. Für Besucher ist dieser Tag mit buntem Rahmenprogramm eine willkommene Abwechslung und eine Chance Neues zu entdecken.
Es wäre wirklich fatal, wenn diese Veranstaltung mangels alternativen Räumlichkeiten so nicht mehr stattfinden könnte.
Wir hoffen sehr, dass die Notenbank in der aktuellen Form erhalten werden kann!
 

Silvia Kämpfer, Veranstaltungsagentur allesgute